Weh Mir

Montag, 30. März 2009
Gar nicht so lange ist es her, da machte ich, fahrradfahrenderweise, unsanft Bekanntschaft mit einem Auto, das sich von links aus einer Ausfahrt kommend unerwarteterweise vor mir in die Fahrspur meinte stellen zu müssen. Seitdem passe ich bei besagter Ausfahrt, wie auch bei allen anderen Ausfahrten, stets doppelt und dreifach gut auf, da die meisten Autofahrer wohl der Meinung zu sein scheinen, dass man erstmal irgendwie - möglichst mit Vollgas - auf die Straße kommen muss, dann kann man langsam mal damit anfangen, darüber nachzudenken, sich in der näheren Umgebung umzusehen.
Heute wollte ich kurz bei der Bank vorbeiradeln, eine Semesterbescheinigung dalassen damit diese Blutsauger die Finger von meinem hart ersparten Vermögen lassen, und möglicherweise erwirken, dass ich nicht jedes halbe Jahr vorstellig werden muss, weil ich ja schließlich noch ein Weilchen zu studieren intendiere. Das haben die Leute bei der Bank natürlich nicht begriffen, aber das ist eine andere Geschichte.
Ich war also auf dem Weg zur Bank, näherte mich langsam der Ausfahrt einer Tankstelle zu meiner Rechten, und konnte aus dem Augenwinkel schon den ersten potentiell vollbremsungsinduzierenden Kandidaten von der Zapfsäule auf die Ausfahrt zusteuern sehen. Meine Hände griffen sicherheitshalber schonmal in Richtung Bremsen, als der anvisierte Wagen plötzlich zum Stehen kam. Hocherfreut offenkundig ein weiteres Mal eine Ausfahrt lebendig traversiert zu haben wollte ich schon beherzt in die Pedale treten, als mir meine Augenwinkel abermals Gefahr meldeten - diesmal von links. Statt in die Pedale trat (oder vielmehr: griff) ich also in die Eisen, schwenkte den Kopf langsam gen links, und wurde Zeuge wie sich in gefühlter Zeitlupe ein Kleintransporter vor mich auf den Fahrradweg schob, und gekonnt so zum Stillstand kam, dass mein Vorderrad sein Vorderrad geradezu zärtlich liebkoste, und dabei freundlicherweise auch noch meinen Bremsen etwas Arbeit abnahm.

Diesmal blieb mein Fahrrad jedoch heil, nur mein linkes Schienbein hat eine kleine Schramme (vom Kontakt mit meinem Pedal) von der am Ende der Woche nichts mehr zu sehen sein dürfte. Auffallend übrigens, dass wieder eine Frau am Steuer saß, und dass sich nach dem Unfall wieder deutlich mehr Sorgen über mein körperliches Wohlbefinden gemacht wurden als davor, verbunden mit Beteuerungen, ich solle mich melden, und dass man alle Schäden gerne ersetzen würde.

Es muss irgendeinen leichteren Weg geben, an die Telefonnummern von Frauen zu kommen...

3 Kommentare:

PropheT hat gesagt…

Du bist einfach nicht der Fahrrad-Typ. Vielleicht mal in Erwägung ziehen, einen Monstertruck anzuschaffen.

Flo_the_G hat gesagt…

Den kann man aber so schlecht an die Fahrradständer vor der S-Bahn anschließen...

Jens hat gesagt…

Vielleicht solltest du mal von deinem Tarnkappenfahrrad auf ein normales, gut sichtbares Fahrrad umsteigen, um es den überforderten Autofahrern nicht so schwer zu machen... :D
Ich weiß auch nicht... Manchmal hab ich den Eindruck, das in dem Moment, wo der Zündschlüssel umgedreht wird, parallel dazu das Gehirn ausgeschaltet wird.