Früher war alles besser

Ich springe mal auf den Lästerzug auf, und lasse hiermit meinen Frust über Windows aus. Mir geht es allerdings nicht etwa um die fehlende Treiberunterstützung von Vista, die Dreistigkeit seine Kunden zum Kauf von Vista über DirectX 10 zwingen zu wollen, oder was auch immer die sonstigen Nachteile von Vista sein mögen - die sind mir nämlich egal, ich habe kein Vista, brauche kein Vista, und will auch gar kein Vista haben. Lieber spiele ich die Spiele in nicht ganz so bombastischer Grafik als dass ich mir den Ärger mit Vista zumute.
Nein, mir geht es um die diversen lustigen Fehler die Windows XP gerne verursacht, um die Benutzung für den Anwender interessanter zu gestalten. Fehler, die nicht etwa durch eine kaputte Windowsinstallation bedingt sind, sondern schon auf diversen Computern, auch direkt nach der Neuinstallation von Windows auf eine sauber formattierte, neue Festplatte, aufgetreten sind.
Etwa die Tatsache, dass in der Netzwerkumgebung teils freigegebene Ordner angezeigt werden die seit Wochen nicht mehr im Netzwerk sind, oder die gar mittlerweile umbenannt wurden - die Version mit dem alten Namen führt natürlich ins Nirvana, die mit dem neuen Namen wird gar nicht erst aufgeführt.
Auch dass XP teils mehrere Minuten benötigt, um einen Ordner freizugeben, es oft aber nicht einmal eine Sekunde dauert, und das völlig unabhängig von der Ordnergröße, ist immer wieder ein Quell der Spannung, schließlich weiß man vor der Freigabe des Ordners nie, wie lange das Betriebssystem völlig unnötigerweise Rechenkraft in Beschlag nehmen wird.
Ähnlich ist es mit dem Computernamen, bzw. dem Namen der Arbeitsgruppe. Manchmal lässt sich beides schnell ändern, manchmal verlangt Windows hinterher einen Neustart - Freude!
All das lässt sich aber (zumindest bis zu einem gewissen Grad) noch durch schlechte und/oder schlampige Programmierung erklären. Nicht aber das Phänomen der Retro-Icons.
Auch das ist mir schon mehrfach passiert, bei meinem momentanen Rechner aber in der vergangenen Woche schon zum zweiten Mal:
Auf meinem Desktop liegt eine Verknüpfung zur .exe von Outlook Express, die dementsprechend auch dasselbe Icon trägt wie die .exe - könnte man meinen. Anfang der Woche aktualisierte sich mein Desktop jedoch von selbst, völlig ohne mein Zutun, und lud alle Icons neu. Nur dass statt des eigentlichen Icons von Outlook Express eine mir bis dahin unbekannte Variante davon geladen wurde. Es war im Grunde dasselbe Symbol, nur größer, pixeliger, und hässlicher, als ob es eine frühe Designstudie wäre. Das blieb mir dann auch etwa einen Tag lang erhalten, bis sich der Desktop nochmals selbständig aktualisierte, und wieder das alte Icon lud.
Interessant, seltsam, unerklärlich, dachte ich mir.
Gestern Abend dann das gleiche Spiel, wieder zurück zum Retrodesign, und bis vor wenigen Minuten unverändert. Dann habe ich probeweise mal das Icon geändert. Windows zeigte aber das gewünschte Icon als bereits angewählt an, nach einem Doppelklick darauf und auf "übernehmen" zeigte es aber weiterhin das andere Symbol an. Die Lösung des Problems war es dann, schlicht ein anderes Icon zu wählen (das dann auch tatsächlich korrekt dargestellt wurde), und dann abermals das gewünschte zu wählen. Jetzt bin ich jedoch gespannt, wie lange mir das Icon erhalten bleibt, und wüsste zu gerne woher das andere Icon gekommen ist, und vor allem warum.
Damals, als ich noch mehr in DOS unterwegs war als in Windows, da hatte ich diese Probleme nicht - auch in Windows nicht.

Nachtrag (ja, diesmal gleich im Post): Selbes Spiel beim Arbeitsplatz-Icon. Ich könnte ja Bilder machen, aber dazu bin ich zu faul.

nachtrag

jetzt klau ich schon von dem hier und fang an mit nachträgen...
folgendes:
neulich wolltsch Vista installieren(man will ja dx10 haben), ging auch ganz gut, hat auch fast alle geräte erkannt, fast:
WLAN-Karte natürlicgh nicht, die treiber von der cd gingen natürlich auch nicht. Automaitshce treibonlinhe suche ging ja auch, nicht, kam ja mit der wlan karte nicht ins inet.
Also, reboot auf xp, im inet gesucht, nach ner zeit finde ich dann ne aussgae vom hersteller, das die wlan karte nicht mit vista kompatibel ist, klasse.
hab ich die nun angeschrieben, von wegen, kann doch nciht sein, muss ich mir neben nem neune betriebsystem auch noch neue hardware kaufen doer was etc...
was bekomme ihc als antwort zurück, versuchen sies dochmal mit der online treibersuche von vista...
blöde?

da besann ich mich auf einen usbwlanstick, den habsch dann mal angesteckt, unter vista, und nach 1min war cih im inet, hab dann die onlinetribersuche für die karte gerstartet, direkt was gefunden, der richtige name wurde auch im gerätemanager angezeigt, ich also usb stick rausgezogen, zur sicherheit neugestartt, und dann gewartet bis vista mich per wlan karte mit den wqlan verbindet... weiter gewartet, und noch weiter gewartet... nix passiert, sie wird im GM als betriebsbereit angezeigt, aber nix passiert. klasse vista, klasse bill gates, wenn ich dich in die finger krieg...

passend dazu habe folgendes per mail bekommen, hat wohl irgendjmd im inet verfasst, wer weiss ich nicht, nur dass sämtliche rechte bei demjenigen bleiben:
"Da bleibt einem der Mund offen stehen, wenn man sich das neue Wunderbetriebssystem aus dem Hause Microsoft ansieht. Schick, schnell, super! Mit Windows Vista ist dem weltweit groessten Softwarehersteller endgueltig der grosse Durchbruch gelungen - Microsoft hat es geschafft!

Keine andere Firma kann sieben Jahre alte Technik zum sechsfachen des marktueblichen Preises verkaufen und dem Kunden dabei ein Gefuehl der Zufriedenheit vermitteln. Doch Microsoft hat es geschafft!

Technik, die begeistert: Der NT-Kernel und das Dateisystem NTFS sind veraltet. Eingefuehrt 1993, hat sich im Grunde kaum etwas geaendert. Die sechs Jahre alte Version von NTFS wurde sogar unveraendert in Vista uebernommen. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Ein Dateisystem, das so alt ist, dass es defragmentiert werden muss. Viele wissen gar nicht mehr was das ueberhaupt ist. Jedes moderne Dateisystem legt die Daten auf der Festplatte so ab, dass es gar nicht erst fragmentiert. Egal - Microsoft hat es geschafft! Warum sollte sich Microsoft auch nach neuen Technologien oder Standards richten? Sie erfinden einfach ihre eigenen. Wenn kuemmert es, dass der Internet-Explorer nicht einmal die gaengigsten Web-Standards unterstuetzt?

Oder, dass Technologien wie EAX in einem Betriebssystem fuer Spiele nicht unterstuetzt wird? Den Besitzern von hochwertigen X-Fi-Soundkarten fiel die Kinnlade herunter und zertruemmerte die Schreibtischplatte, als Microsoft verkuendete, dass die Schnittstelle fuer 3D-Ton einfach entfernt wurde. DTS-, DVD-Audio- und Dolby Digital-Unterstuetzung wurde ebenfalls aus dem System gestrichen.Trotzdem - Microsoft hat es geschafft!

Its not a bug its a feature

Microsoft hat es geschafft, dass man zum oeffnen eines Textdokuments eine Grafikkarte mit DirectX 9.0 und 256 MB Grafikkartenspeicher benoetigt.
Zum einfachen Besuch im Internet genuegen 2 GB Arbeitsspeicher sowie ein 2 GHz Prozessor. Wahrscheinlich haben sich einige Mitarbeiter der Geheimdienste ueber die langsamen Rechner beschwert, die sie ausspionieren muessen. Hey, auch Beamte haben Rechte.

Microsoft hat Recht behalten. Windows Vista ist schneller geworden. Nun, das liegt vor allem daran, dass es 2001 noch keine Vierkern-Prozessoren und 1-GHz-Speicherriegel gab. Man muss sich heute lediglich einen vierfach schnelleren Rechner kaufen, um doppelte Geschwindigkeit zu erleben. Ich gratuliere Microsoft - ihr habt es geschafft!

Wir wissen, was Sie gerade hoeren Natuerlich gibt es kein Windows ohne lebenswichtige Neuerungen. Eine verbesserte Suchfunktion soll senilen Menschen helfen, ihre verlegten Dokumente zu finden. Der Service geht sogar so weit, dass der Benutzer jede Minute daran erinnert wird, dass der Rechner durch das Internet gefaehrdet ist. Leider wird die Ursache der Gefaehrdung, der Internet-Explorer, nicht genannt. Das wird aber in der naechsten Version behoben, ganz bestimmt.

Microsoft hat es geschafft digitale Notizzettel auf den Desktop zu zaubern. Das war auch der Grund, warum die Entwicklung sechs Jahre gedauert hat. Das Design-Team konnte sich einfach nicht auf die Farbe der Zettel einigen. Jedenfalls sind diese kleinen, geklauten Programme wichtige Helfer im Alltag. Sie hoeren auf den Namen Widgets - Verzeihung Gadgets. Sie sagen einem, ob draussen die Sonne scheint oder ob es regnet. Eine perfekte Erfindung fuer paranoide Amerikaner, die sich in ihrem Atombunker vor Ali Baba und den 19 Raeubern verstecken.

Temperatur, Klender, Aktien, Notizen - Wahnsinn! Wahrscheinlich ist dies das Ende der Klebezettel-Industrie. Hurra Microsoft - ihr habt sie geschafft!

DirectX 10 - ein Geniestreich
Microsoft hat es geschafft unsere Spielerherzen zu erpressen. Kaeufer des PC-Spiels Crysis sind verpflichtet, sich Windows Vista zu kaufen, wenn sie es in voller Pracht erleben wollen. Da aber kein EAX unterstuetzt wird, kann man seine 300-Euro-Soundkarte in den Muell werfen. Doch ohne Ton ist Crysis langweilig und so kauft sich der gewiefte Zocker eine DirectX-10-Grafikkarte fuer 600 Euro. Leider hat Vista sich als Spieleplattform durch fehlende OpenGL-Unterstuetzung selbst disqualifiziert. Und so verscherbelt man den Krempel bei eBay - Startpreis 1 Euro. Genial! Microsoft hat es geschafft!


550 Euro? Ein Schnaeppchen Windows Vista kostet in Deutschland 550 Euro. Das sind satte 250 Euro mehr als in den vereinigten Staaten. Ein stolzer Preis, moechte man meinen. Bedenkt man aber, wie viel Spannung, Spass und ueberraschung in Windows Vista steckt, ist der Preis vollkommen gerechtfertigt.
Der Nervenkitzel, wenn man feststellt, dass der normalen SB-Version keine 64-Bit-DVD beiliegt, und man noch einmal 190 Euro bezahlen muss. Jeder Linuxbesitzer wuerde jetzt vor Lachen vom Stuhl fallen. Aber die Jungs aus Redmond haben eben einen sehr eigentuemlichen Humor.

Die ganze Softwareindustrie lacht sich schlapp, waehrend Microsoft versucht sich das Rad patentieren zu lassen, um es als "Feature" im naechsten Windows einzubauen. Dafuer, und fuer die Tatsache, dass ihr immer wisst, was ich gerade mache, moechte ich euch danken - ihr habt es mal wieder geschafft!

Windows Vista - Ich liebe es! So ist es weiterhin nicht moeglich, Dolby Digital- und DTS-Signale ueber die Soundkarte wiederzugeben. [&] DVD-Audio werden wir unter Vista nicht laenger unterstuetzen koennen. (Creative zum Thema DTS/Dolby)

Selbst der finale Vista-Treiber wird nicht alle X-Fi-Funktionen von Windows XP unterstuetzen. (Creative zum Thema EAX)
Microsoft behaelt sich vielmehr vor, das Betriebssystem bis hin zu Unbenutzbarkeit zu deaktivieren, wenn der Prozess [der Validierung] scheitert. (EULA*, Punkt 5)

Daneben soll sich Vista generell regelmaessig mit Microsoft verbinden, ohne im Einzelfall den Benutzer auch nur davon zu unterrichten, und Informationen ueber den PC und die installierte Software uebermitteln. (EULA*, Punkt 7)

Mit der Benutzung von Windows Vista stimmt man zu, dass Microsoft via Windows Defender ohne jede Nachfrage potenziell unerwuenschte Software vom Rechner entfernt, auch wenn dadurch andere Software auf dem Computer nicht mehr funktioniert [...] Das kann durchaus auch Software betreffen, die vom Benutzer gar nicht unerwuenscht ist. (EULA*, Punkt 6) *Microsofts Endbenutzer-Lizenzvertrag"

ohne worte, ich werd demnächst mal anch ner linux version die dx10 hat ausschau halten.

Nachtrag zu ND

Industrie in Büchsen

Ich bin ein sehr fortschrittsfreundlicher Mensch, dass ich einen (an anderer Stelle bereits erwähnten) sündhaft teuren Computer samt zugehöriger sündhaft teurer Peripheriegeräte mein Eigen nenne ist dafür ein deutliches Indiz. Wenn man zu Fremdwörtern greifen wollte, würde man mich technophil nennen, wenn ich mich auch bis heute geweigert habe, ein Handy zu erwerben. Nicht dass mich für so ein kleines Gerät mit lauter unnützen (aber nichtsdestotrotz tollen) Funktionen nicht begeistern könnte, ich kann schlicht das Telefonieren auf den Tod nicht ausstehen. Dazu kommt, dass Handystrahlung angeblich die Blut-Hirn-Schranke zersetzt, indem ich kein Handy besitze oder benutze leiste ich einen wervollen Beitrag für meine Gesundheit - womit ich auch schon das eigentlich angestrebte Thema dieses Beitrags erreicht hätte, nämlich das Essen, oder vielmehr das gesunde Essen.
Denn auch beim Essen schlägt sich meine Begeisterung für Technik nieder. So ziehe ich prinzipiell industriell gefertigte Nahrung vor. Ein Steak, etwa, ist mir viel zu viel Natur, da ziehen sich womöglich noch Sehnen durch, das kann doch kein Mensch essen. Dann lieber Hackfleisch, oder Bratwurst. Da weiß man was man hat, jeder Bissen schmeckt gleich, und es gibt beim Essen keine unangenehmen Überraschungen.
Bei Fisch ist es genauso, den bekommt man ja fein säuberlich portioniert im Supermarkt, wahlweise mit Panade oder ohne, ist mir beides recht. Der Höhepunkt der Technisierung sind die Flaschen mit Teigpulver, wo man nur Wasser zugeben, schütteln, und die Pfannkuchen oder Waffeln herstellen muss. Letztere sind natürlich vorzuziehen, weil der Aufwand geringer ist (Pfannkuchen muss man selbstständig wenden), und dazu ein spezialisiertes Gerät zur Verfügung steht.
Obst ist da natürlich so eine Sache. Prinzipiell ist es ja das Fastfood der Natur, andererseits bleibt da einiges an Abfallprodukten zurück (Schalen und Kerne), und sonderlich haltbar ist das Zeug auch nicht. Da fehlt das einheitliche Geschmackserlebnis, weil Obst irgendwann einfach nicht mehr frisch ist, und auch vorher schon meistens zu hart oder zu weich ist. Aber auch dafür hat der Fortschritt eine Lösung gefunden: Konservendosen.
Konservendosen halten ewig, Obst darin ist entschält und/oder entkernt, und sie kommen nicht etwa von Bäumen, sondern direkt aus der Fabrik.
Industrie in Büchsen, quasi.

Argh!

KA hab ich nicht was mit den Leuten in letzter Zeit los ist, ich könnt mich über fast alles aufregen. Leider tue ich das auch.
Da sind Spinner überall, im Internet, anner Uni, im Bus, überall.

Im Internet wurde ich gestern in einer Partie BF2 Gulf of Oman, 4 mal geteamkillt, und nein, nicht meine Schuld, ein Blick des Teamkillers hätte gereicht, dass es vllt ungut is, die Bomben da abzuwerfen, wo ca 5 eigene Leute ne Flagge übernehmen. Ebenso hätte der Gunner vom Heli auch ma ruhig gucken können und nicht nur reinhalten... etc usw...

Anner Uni, heute, ein Prof. Dipl.Ing. wundert sich dass wenn er den OHP dichter an die Wand schiebt, die Schrift an eben jener Wand kleiner wird... und dann nimmt er auch noch den Zeigestock, und stellt fest, dass der zu kurz ist, um damit was in der an die Wand geworfene Zeichnung zu zeigen; anstatt nun den Zeigestock in Richtung OHP zu bewegen, von wegen Winkel verkürzen und so, nix, er gibt auf und versucht uns zu beschreiben, wo er welchen Knoten in dem Schaltdiagramm meint, der Idiot.

Gleicher Raum, ne stunde vorher, der Chemie Prof malt n Molekül an die Tafel, sagt dann wies heißt, nämlich: Triphenylmethan. Er sagt es nocheinmal und nocheinmal während er es anschreibt, nervig genug. Ein Kommilitone daraufhin: "Können Sie nochmal sagen wie das heißt?" Und das war nicht einer von die den Prof verarschen wollten, sondern einer der meint immer nichtintelligente Fragen zu stellen bringt irgendwas für ihn, es war also sein voller ernst zu fragen, wie dieser Molekülname lautet, der 3 mal angesagt wurde und sogar an der Tafel stand.

Auch heute morgen, im Bus: der is direkt pünktlich an meiner Station, ich steig ein, an der nächsten Station wartet ein Kindergarten... -.-
Also ICH wurde damals,lang lang ists her, so erzogen, dass man Rücksicht auf andere Leute nimmt.
Aber sowas kommt heutzutage wohl in keinem Erziehungsratgeber für die emanzipierte Frau vor. Bis 2 Stationen vor meiner Endhaltestelle leistete mir ein unangenehmes Kreischen der Kinder und laute dämliche Gespräche der unterqualifizierten Erzieherinnen Gesellschaft. Anstatt die Kinder wenigstens zu ein bisschen mehr Rücksichtnahme aufzufodern, ging es um Kochrezepte, in einer Lautstärke, dass die Kinder übertönt wurden, denn, so haben die das wohl auf nem Leergang gelernt, müssen die Erzieherinnen an den am weitesten entfernten Sitzen Platz nehmen, um immer den Überblick über den Kreischhaufen zu haben.
Hinzu kommt, dass die dämlichen Kinder sich auf den Sitzen immer umdrehen müssen, und so mit ihren matschigen Gummistiefeln anderer Leute Hosen beschmutzen, aber auch dass lies die Erzieherinnen ihren roten Faden nicht verlieren.

Nachtrag (wieder einmal)

Wer unbedingt noch Wert auf die Fakten über Kanada legt, der möge diese (zugegebenermaßen recht wackelige) Verbindung zwischen dem letzten Beitrag und einem Fakt über Kanada ziehen:
In Kanada spricht man französisch, genau wie in Frankreich, das im letzten Post Erwähnung findet.
Das muss dann aber auch wirklich reichen mit den Fakten - es sei denn natürlich mich erreichen Unmengen an Fanpost in der mehr Fakten gefordert werden. Nein? Hatte ich auch nicht erwartet.

Nachtrag zum Nachtrag:
Dieses behämmerte System der Zeitanzeige bei diesem Blog nervt, wirklich. Da wird ein Beitrag als zu der Uhrzeit geschrieben angezeigt, zu der ich auf "Neuer Post" geklickt habe - was natürlich völliger Unsinn ist, weil ich den Post da ja noch gar nicht geschrieben hatte.
Der vorhergehende Beitrag wurde tatsächlich am 23.4. so gegen 19:23Uhr fertiggestellt und veröffentlich, nicht knappe 30 Stunden vorher. Also zu der Uhrzeit die unter diesem Beitrag angezeigt wird - der aber eigentlich erst 8 Minuten später das Licht der Welt erblickt hat.
Die Zeiten machen ja auch rein logisch keinen Sinn, Sonntag Mittag war ich ja noch gar nicht beim Einkaufen gewesen...

Nachtrag zum Nachtrag zum Nachtrag:
Hatte eben die Boxen testweise auf volle Lautstärke gedreht (ist ja keiner daheim der sich beschweren könnte), da scheint ein wenig tiefsitzender Staub gelöst zu haben. Anders kann ich mir nicht erklären dass die mehrere Jahre alten Boxen auf einmal den angenehmen Geruch nagelneuer Elektronik verströmen.

Noch ein Gedanke:
Wenn ich so weitermache mit den Nachträgen, ist das Teil ja bald länger als der ursprüngliche Post. Das war es jetzt also mit den Nachträgen. Wirklich.

Sturmreif

Ob man es glauben mag oder nicht, ich bin jetzt fast 21 Jahre alt und jetzt, genau in diesem Moment, zum ersten Mal alleine zu Hause.
Also so richtig alleine, meine ich. Nicht weil mal ein paar Stunden lang außer mir niemand im Haus ist, sondern weil meine gesamte Verwandschaft einige Kilometer von mir entfernt ist. Um genau zu sein in Frankreich, weil meine Eltern da gerade meine Schwester besuchen. Endlich habe ich also mal meine Ruhe. Sturmfrei, quasi.
Sturmfrei, das ist wenn eine Festung (Zitat Wikipedia) "gegen ein gewaltsames Eindringen mittels Leiterangriff gesichert" ist. Nicht zu verwechseln mit Sturmreif, das ist wenn die eigenen Kanonen die Wälle der feindlichen Befestigungsanlage dermaßen zerbröselt haben, dass man das Ding stürmen kann.
Die Euphorie der ersten Stunden hat sich allerdings mittlerweile gelegt. Mit der Erkenntnis nämlich, dass zwar prinzipiell genügend Geschirr im Haus wäre um nicht abspülen zu müssen bevor meine Eltern zurückkommen, dass das Spülen aber letztendlich wohl doch an mir hängen bleiben würde. Also Maß halten, Geschirr und Besteck nach der Verwendung kurz unters Wasser halten, bis zum nächsten Gebrauch ist es dann von alleine trocken.
Es sammelt sich eine Menge Post, in so wenigen Tagen. Außer einem einzelnen Brief war nichts davon an mich adressiert, und landete ungeöffnet auf einem großen Stapel auf der Treppe, wird schon nichts wichtiges gewesen sein.
Das Leben so ganz alleine birgt aber auch unvorhersehbare Gefahren. So habe ich mich in drei verschiedene Finger geschnitten, ohne es zu merken, in den einen sogar zweimal. Es ist nur die oberste Hautschicht, da tut es natürlich nicht weh und blutet auch nicht, aber es würde mich trotzdem interessieren wann und wo das passiert ist, und warum ich davon erst Stunden (Tage? Wochen?) später erfahre. Es sind immerhin meine Finger. Und nein, ich habe mich nicht an der Büchse der Dosenpfirsiche geschnitten die in einem der folgenden Beiträge (hier bitte Link vorstellen) eine recht zentrale Rolle spielen werden.
Trotz meiner Verletzungen habe ich mich dann todesmutig in Richtung Supermarkt bewegt. So sehr ich sie auch rationiert habe (und immerhin hat sie über das Wochenende gereicht), das heutige Frühstück hatte den letzten Tropfen Milch im Haus verbraucht, also musste ich mich wohl oder übel auf mein Fahrrad schwingen und zu Aldi strampeln. Ich versuche zwar möglichst nie selber einkaufen zu müssen, wo die Milch steht weiß ich aber mittlerweile trotz allem. Also rein in den Laden, zielstrebig die Milch aufgesucht, unterwegs halblaut den Vollidioten verfluchend der mich aus großen Augen anstarrt, und dann in genau dem Moment beginnt seinen Einkaufswagen anzuschieben in dem ich dessen voraussichtliche Bahn kreuze, Milch gegriffen, Blick aufs Haltbarkeitsdatum riskiert, meine Armbanduhr konsultiert welches Datum wir überhaupt haben (immerhin wusste ich den Wochentag, und über den Monat war ich mir auch recht sicher), ab zur Kasse, gerade noch einen Seufzer ob der Länge der Schlange vor der einzigen besetzten Bezahlstation unterdrückt, bezahlt, nach Hause geeilt, diverse andere Dinge gemacht, und dann diesen elendig langen, verschachtelten, durch multiple Kommata getrennten aber trotzdem etwas unübersichtlichen Bandwurmsatz verfasst.
Glücklicherweise blieb es nicht bei der einen besetzten Kasse, kaum hatte ich mich angestellt wurde eine zweite geöffnet, und ich habe natürlich alles auf eine Karte gesetzt und mich der dortigen Schlange angeschlossen, in der Hoffnung dass sie mich letztendlich schneller nach draußen befördern würde. Hätte sie sicherlich, immerhin standen nur zwei Leute vor mir, beide mit nur gering beladenen Einkaufswagen - der Mann vor mir wollte jedoch mit Karte bezahlen, und ausgerechnet an dieser Kasse war das Kartenlesegerät defekt. Richtig, defekt. Leider Gottes war es nicht außer Betrieb, so dass ich gefühlte fünfzehn Minuten (so drei bis fünf werden es schon gewesen sein) zusehen durfte, wie der Kassierer die Karte anhauchte, an seinem Ärmel scheuerte, an seinem haarigen Unterarm scheuerte, mit Küchenpapier abwischte, sanft in das Gerät schob, unsanft in das Gerät schob, und schließlich kurz hineinsteckte und wieder rauszog, was dann endlich zum Erfolg führte. Die zwanzig Euro hätte der Kerl aber auch gerade noch in bar zahlen können.
Bei mir lief das Bezahlen natürlich schneller, drei Liter Milch kosten nicht die Welt, die kann man sogar mit einer einzigen Münze bezahlen und noch Rückgeld bekommen.
Aber genug von der abenteuerlichen Einkaufstour, es ging schließlich darum, dass ich sturmfrei habe. Seit dem ersten Teil des Beitrags ist eine Weile vergangen (der war mir nämlich zu kurz, deshalb hab ich ihn gespeichert und bin Einkaufen gefahren, im sicheren Wissen so an mehr Inhalt zu kommen), und es hat immer noch niemand gespült. Ich habe mir allerdings fest vorgenommen, das noch heute zu erledigen. Sonst lichten sich die Wälle des sauberen Geschirrs noch weiter, und dann ist die Bude am Ende doch sturmreif.